Manfred Hochhauser: »Überregulierung schafft höhere Mieten.«

Seit 2010 ist Manfred Hochhauser Vorstandsvorsitzender der Welser Heimstätte. Unter seiner Ägide sind zahlreiche neue Bauprojekte entstanden und viele neue in Planung. Doch warnt Hochhauser die Stadtpolitik, in der Planung an die Zukunft zu denken.

Herr Hochhauser, welche aktuellen Projekte gibt es derzeit bei der Heimstätte?

Wir arbeiten zur Zeit an zwei sehr großen Projekten. Eines betrifft den ehemaligen FC-Wels-Fußballplatz in der Sauerbruchstraße und das andere ein Grundstück im Bereich der Neinergutstraße.
Beide Projekte werden insgesamt rund 400 Wohnungen vorsehen und ein Investvolumen von ungefähr 46 Mio. Euro auslösen.

Im Stadtteil Laahen wird zurzeit auch gebaut. In welcher Größenordnung bewegt man sich dort?
Zwischen Oberfeldstraße und Zellerstraße werden in der momentanen Etappe weitere 45 Mietkaufwohnungen errichtet, die jedoch bereits alle vergeben sind.
Man sieht also, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Wels sehr groß ist.

Wie weit wird die Ausdehnung des Stadtteils Laahen noch gehen?
Wir haben auf diesem Areal noch 3 weitere Etappen geplant, sodass insgesamt noch 119 Mietkaufwohn-ungen bzw. 29 Eigentumswohnungen entstehen werden. Dann sind die in diesem Bereich vorhandenen Grundstücksreserven erschöpft. Wobei fest zu halten ist, dass Bauland in unserer Stadt auch nur noch begrenzt vorhanden ist, und eine Lösung dieser Frage wäre sicherlich die Errichtung höherer Gebäude in unserer Stadt. Dies wäre sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch ökologisch notwendig.

Man muss sparsam mit den Wohnflächen in Wels umgehen. Die Stadtplanung muss mehr erlauben, es muss mehr in die Höhe gebaut werden, sonst wird der Platz für Bauvorhaben ausgehen.

Derzeit sieht es aber nicht so aus, als würden sich die Ansichten der Stadtplaner und ändern.
Die Vorgaben der Stadt sind hier sehr einschränkend und haben wenig mit wirtschaftlicher Denkweise zu tun, das ist oft sehr frustrierend, denn leistbares Wohnen will ein jeder haben.

Teilweise kommt es ja zu Architektenwettbewerben, bei denen dann meist wieder ein typisches dreistöckiges weißes Wohnhaus herauskommt.
Diese Wettbewerbe sind mit viel Zeit- und auch Geldaufwand verbunden und bringen oftmals nicht den erwarteten Effekt. Als Beispiel sei hier das Baufeld Oberfeldstraße erwähnt, welches ohne Architektenwettbewerb gebaut wird, und wir haben wie bereits schon erwähnt gerade hier eine große Nachfrage. Und solche Investitionen müssen dann auch den Mietern weiterverrechnet werden. Das würde ich den Leuten gerne ersparen.

Was würden Sie der Stadtpolitik raten?
Wenn man leistbares Wohnen tatsächlich haben will, muss neben der Bundes- und Landespolitik auch die lokale Politik handeln. Einräumung von Baurechten, Verzicht auf teure Tiefgaragen und ähnliches wären solche Überlegungen. Vielleicht gelingt es dem Bürgermeister, diesen schier unauflöslichen Gordischen Knoten zu durchschlagen und auch hier für klare Regeln zu sorgen. Wo ein Wille, da auch ein Weg.

Die Mieten sind in Wels bekanntlich sehr hoch. Was kann man als Genossenschaft tun, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken?
Richtig ist, dass eine unüberschaubare Flut an Gesetzen, Verordnungen und sonstigen Vorschriften uns allen das Leben immer schwerer macht. Jedes Handeln muss nachvollziehbar dokumentiert sein, um für allfällige Ansprüche gewappnet zu sein.

Eine Unzahl von Lobbyisten sorgt dafür, dass Normen ständig adaptiert werden, mit dem Ziel ein eigenes Produkt besser zu platzieren. Dies führt schleichend zu ständigen Verteuerungen des Neubaus oder der Sanierungen. Auch hier liegt es an der Bundespolitik endlich steuernd einzugreifen.

Bleiben wir in der Innenstadt. Die Heimstätte verwaltet das Semperit-Hoch-haus. Gibt es für Interessenten die Möglichkeit, dort ein Firmenlogo in der Größenordnung des Semperit-Logos anzubringen?
Ja, diese Möglichkeit gibt es Ja, diese Möglichkeit gibt es sehr wohl, dazu gibt es Gespräche, jedoch noch keine fixe Entscheidung. Gefallen würde mir die Idee.