Edi Hauser – Der kreative Hotelier

Der 1947 in Wels geborene Edi Hauser und Senior-Hotelchef des gleichnamigen Hotel Hauser ist einer der umtriebigsten Welser. Mittlerweile hat er sein Hotel seiner Tochter Sophie Schick übergeben. Zeit einen kleinen Rückblick über seine Laufbahn zu machen.

Das Hotel entstand wie so viele österrei-chische Hotels aus gastronomischen Wurzeln. Die Basis dafür waren ein Wein-großhandel und ein Hotel mit 10 Zimmern. Edi Hausers Vater hatte den Großhandel mit Weinen vor dem 2. Weltkrieg initiiert und zu einem blühenden Geschäft mit ca. 800 Gastronomiekunden ausgebaut.

Hotel Post
Edis Mutter, stammend aus der Wirtsfamilie des Thalheimer Gasthofes Jägermühle, führte das „Hotel Post“ – so hieß damals das Hotel. Dazu ein Weinlokal mit gutem Speiseangebot war damals ein Geheimtipp bei den Welsern. Gäste waren damals unter anderem Hans Moser, Theo Lingen, Peter Alexander, uvm. die bei damaligen Filmaufnahmen in Wels, dem sogenannten „Hollywels“, mitwirkten.

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Übernahme des elterlichen Betriebs
Nach Abschluss der HAK und Weinbauschule Klosterneuburg übernahm Edi den Betreib, studierte aber gelichzeitig in Linz Volkswirtschaft. Aus dem Weinlokal wurde ein Heuriger – der Weingroßhandel wurde aufgegeben.

Neue Ideen
Durch des großen Erfolg des Heurigen entstand eine gewisse Doppelgleisigkeit mit der alten Weinstube an der Front des Hauses. Eine neue Geschäftsidee war nun gefragt.
Edi war Vorreiter in Sachen „Fußgängerzone-Bäckergasse“. An den Advent-Samstagen initierte er eine „provisorische Fußgängerzone“, die begeisterten Zuspruch fand.
Passend zur Fußgängerzone eröffnete er 1979 den ersten Welser Eissalon namens „da capo“ – zwei Jahre später folgte der Imbissstand „guat & gach“ – heute „Turap Kebap“

Das Stadthotel
Das Hotel verfügt heute über 42 Doppelzimmer, davon 6 Juniorsuiten, einen Freizeitbereich über den Dächern von Wels und eine großzügige Halle mit der trendigen „Edi´s Bar“.

Weindorf
1986 kam nach Verhandlungen mit der Welser Messe, zur Übernahme einer der beiden berühmten Weinhallen auf dem Welser Volksfest, der Niederösterreichischen Weinkost“. Aufgabe war, aus einer alten Bahnhofshalle eine gastronomische Erlebniswelt zu zaubern. Unter der Planung vom bekannten Welser Architekten Gerd Hörzing war das „Weindorf“ geboren. Nach dem Weinskandal war eine gewisse Weinmüdigkeit in der Bevölkerung zu spüren. Daher war es umso wichtiger, mit einem neuen Weinkonzept das „alte Volks-fest“ wieder zu beleben. Mit den besten Winzern Österreichs und den bekanntesten Wirten aus Wels und Umgebung wurde ein überwältigender Start ermöglicht. Plötzlich war es wieder schick, auf das Volksfest zu gehen. Nach 10 Jahren kam es zu einem Remake des alten Weindorfs. Eine neue Konzeption wurde erarbeitet. Die Halle sollte als Szenelokal dem ehrwürdigen alten Volksfest neuen Schwung verleihen. Dieses Konzept wird bis zum heutigen Tag weitergeführt.

Punschstand
Edi Hausers größtes soziales Engagement: Die Gründung des Wirte-Punschstandes auf dem Stadtplatz mit dem Leiter der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer in Wels, Dr. Manfred Spiesberger. Die Ursprüngliche Absicht war: Die Wirte können hier demonstrieren, dass sie bessere Qualität und den besseren Service haben, als andere Vereine. Sie können sich auch in den Zweck der guten Sache stellen und damit das nicht immer positive Image der Branche verbessern. Diese Aktivität ist nach kurzer Zeit zum gesellschaftlichen Treffpunkt der Welser geworden. Durch den persönlichen Einsatz der Welser Gastronomen in der Weih-nachtszeit konnte im Laufe der Jahre bis heute Hunderttausende Euros für Welser Schicksale gespendet werden.

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Kauftraum
Eine weiter Idee Hausers war der Zusammenschluss einiger Welser Geschäftsleute zur Gruppe „Kauftraum“. Die Stadt Wels mit ihrem historischen Hintergrund bietet den Rahmen, von 19 Geschäften den exquisiten Inhalt für ein genussvolles Einkaufs- und Konsumerlebnis aufzuzeigen.

Edi im Ruhestand
Vor gut 3 Jahren übernahm seine Tochter die Geschäftsführung des Hotels. Hauser selbst, genießt seine Pension in seiner Privatsuite im 4. Stock des Hotels, bleibt aber weiter interessierter Bürger der Stadt Wels.

Im Gespräch meinte er, alle Welser Bürger sollten die Politiker immer wieder ermahnen, positive Akzente in der Stadt zu setzen. Das Hotel gedeiht auch derzeit prächtig: Immer wieder kommen auch besondere Gäste nach Wels und nächtigen im „Boutique Hotel Hauser“, wie es jetzt firmiert.

Die Gästeliste lässt sich lang fortführen: Udo Jürgens, Prinz Michael von Preußen, Jonny Wood von den Rolling Stones, uvm.

Edi Hauser selbst unterhält diese unter anderem auch mit seinem Klavier und natürlich auch seiner junggebliebenen Persönlichkeit.

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