Ewald Wolfram – Apotheker mit Herz für Wels

„Neue Zeiten brauchen neue Ideen.“ - Unter diesem Motto gestaltete Mag. Ewald Wolfram nicht nur seine Stern-Apotheke, sondern auch viele andere Initiativen in Wels. Seine Ideen brachte er bei Organisationen wie der Jungen Wirtschaft, aber auch als Welser Tourismusobmann ein.

Fragt man sich, warum ein Apotheker Tourismusobmann wird. Hintergrund ist die beeindruckende Lebensgeschichte des an der Uni Wien ausgebildeten Pharmazeuten. Der 1951 geborene Welser hat die Entwicklung der Stadt miterlebt, von den „goldenen Zeiten als Einkaufsstadt“ mit einem pulsierenden K.-J.-Platz bis zur heutigen Zeit mit ihren bekannten Problemen.

Obmann der Jungen Wirtschaft
1979 wurde Wolfram Bezirksobmann der Jungen Wirtschaft (Teil der Wirtschaftskammer). „Damals war es eine bunte Gruppe. Wir hatten nicht nur ÖVP-Mitglieder, sondern auch Rote und Blaue dabei. Ich fand das sehr bereichernd“, meint der Apotheker. Im Gegensatz zum gegenwärtigen sehr braven, angepassten Dasein der jungen Truppe an Wirtschaftstreibenden ärgerte damals die „JW“ das Establishment. Wolfram als damaliger Obmann setzte hier noch eine weitere Provokation drauf und lud den pensionierten Bundeskanzler Bruno Kreisky nach Wels ein. Damals gab es von konservativer Seite sogar einige Drohbriefe.

Obmann Bahnhofstraßen-Kaufleute
In den 90er-Jahren übernahm der gestandene Welser die Obmannschaft der Kaufleute der Bahnhofstraße. Diese gilt seit jeher als eine der wichtigsten Einkaufsstraßen von Wels. Die in die Jahre gekommene Gestaltung der Straße wurde durch den Chef der Stern-Apotheke neu durchdacht. In Zusammenarbeit mit der Welser Künstlergilde wurde eine künstlerische Gestaltung der Straße gesucht. Mit der Künstlerin Waltrud Viehböck wurden Skulpturen entlang der neu-gestalteten Bahnhofstraße aufgestellt. Der aktuelle Trend zu „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde hier visionär umgesetzt.

Vom Tourismusverband bis zum Stadtmarketing
Ende der 90er wurde Wolfram Obmann des Tourismusverbandes Wels. Obwohl er als Apotheker nicht wirklich etwas mit Tourismus zu tun hatte, wünschte sich sein Vorgänger Lutz Eybl ihn als Tourismus-Chef. Hier gab es einige Kämpfe auszustehen. Das Stadtmarketing und der Tourismusverband begannen zusammenzuwachsen. Wolframs Wunschkandidat für das Stadtmarketing, der Tiroler Anton Wurzreiter, wurde von der Politik geschlachtet. „Er hätte gute Ideen gehabt und war mit Herz und Seele dabei“, meint Wolfram im nachhinein. Ewald Wolfram kehrte schließlich dem Obmann-Posten der Touristik den Rücken, verblieb aber bis heute im Vorstand.

Eine Stadt ohne Ziele
Etwas nüchtern sieht der umtriebige Apotheker den aktuellen Stand der ehema-ligen „Einkaufsstadt“ Wels. „In Wels hat man zu viel Angst vor der Durchführung von Projekten oder ver-wässert sie. In Linz ist man da konsequenter“, meint er. Um die Stadt wieder bunt und fröhlich zu machen, schlägt Wolfram eine Förderung für Kleinunternehmer vor, die in der Innenstadt ein Geschäft eröffnen würden.

Straßenbahn für Wels
Ein weiterer Impuls für die Stadt wäre laut Wolfram eine Straßenbahn, die, wie man in anderen Städten sieht, etwas Belebendes und auch Symphatisches hat. So wie in Helsinki sollte es auch sog. „Erlebniszüge“ geben. Zum Beispiel einen Restaurant- oder Barzug.

Hospizbewegung
Neben seinem sozialen Engagement bei Rotary Wels Burg war auch die Hospiz-bewegung ein wichtiges Anliegen für den umtriebigen Pharmazeuten, der er auch als Obmann zur Verfügung stand.
Die Hospizbewegung Wels Stadt/Land wurde im Jahre 1998 auf Initiative aller Welser Serviceclubs gegründet. Viele Schwerkranke und sterbende Menschen, aber auch deren Angehörige und Trauernde konnten seither Unterstützung und Trost erfahren.

Ein Stern am Welser Himmel
Neben allen diesen Tätigkeiten war und ist Mag.pharm. Ewald Wolfram natürlich der Eigentümer der Stern Apotheke. Diese war die dritte Apotheke in Wels und blickt mittlerweile auf eine Geschichte von über 100 Jahren zurück. 1910 gründete Ferdinand Pühringer die Apotheke im Haus Bahnhofstraße 11. In der dritten Generation leitet nun Ewald Wolfram die Apotheke, die sich immer wieder mit Neuheiten einen Namen gemacht hat.

Als erste Apotheke in Oberösterreich installierte Wolfram einen Kommissionierautomaten, eine Maschine, die automatisch die Medikamente in Sekundenschnelle vom Lager zum Verkaufspult befördert. Wolfram ist zudem gewählter Vertreter in der Standesvertretung der Apotheker in Oberösterreich und Wien. Er propagiert die Apotheke als Nahversorger, die den Menschen mit Rat und Tat in Gesundheitsfragen hilft. Besonders warnt er vor Medikamenten aus dem Internet, die oftmals Fälschungen sind und auch gefährlich sein können.

Familie und Privates
„In 5 Jahren will ich wissen, wann ich in Pension gehe“, meint der Großvater von drei Enkerln. Mit seiner aus Frankreich stammenden Frau Marie-Christine verbinden ihn 37 glückliche Jahre. Kennengelernt haben sich die zwei in einer Warteschlange vor einem Skilift in Obergurgl. Wolfram war unter sämtlichen Deutschen der einzige Österreicher. Der perfekte Anfang einer österreichisch-französischen Liebe. Tochter Veronique ist auch die sichere Nachfolgerin des Unternehmens STERN-Apotheke. Auch der Sohn ist erfolgreich für die Telekom in Brüssel tätig.

Alles in allem ist Ewald Wolfram das, was die heutige Wirtschaft zu wenig hat. Ein Unternehmer, der selbst von früh bis spät in seiner Apotheke steht, mehr als seine Mitarbeiter arbeitet, soziales Engagement besitzt und sich mit Ideen in die Gesellschaft einbringt. Ein konservatives Konzept, welches wieder immer moderner wird.