Wochenmarkt­beschicker präsentieren Rabl Ideen

Einerseits ist der Welser Wochenmarkt ein Anziehungspunkt für tausende Leute und beliebter Treffpunkt in der Stadt. Andererseits gilt die Markthalle als Schandfleck. Bürgermeister Rabl und die Wochenmarktbeschicker ziehen nun gemeinsam an einem Strang.

Um sich ein Bild von anderen Märkten zu machen, hat sich ein Team von Marktbeschickern gemeinsam mit der „Monatlichen“ auf den Weg zum Münchner Viktualienmarkt gemacht.

Neue Schrannenhalle als Vorbild
Besonders angetan hat es den Welser Standlern die Schrannenhalle gleich neben dem Viktualienmarkt. Die alte Schrannenhalle diente seit dem 19 Jahrhundert als Getreidemarkt und wurde ein paar Jahrzehnte später abgerissen. Die neue Schrannenhalle wurde 2003 neu aufgebaut und verbindet seit daher Tradition und Moderne. Seit 2014 ist dort die Feinkostkette Eataly eingezogen, die mit einer perfekt durchdesignten Verkaufsfläche italienische Produkte anbietet.
„Eine moderne Produktpräsentation ist das Um und Auf. Wir in Wels tragen noch den Charme der Nachkriegs-60er Jahre in der Markthalle. Das muss schleunigst geändert werden“, meint die Delegation der Marktbeschicker.

Welser Markthalle für die Zukunft fit und sichtbar machen
Die aktuelle Welser Markthalle ist eine 100%ige Kopie ihrer Vorgängerin. Als Norikum das Marktgelände mit dem heutigen Wohnpark bebaute, wurde die alte Markthalle durch den heutigen Bau ersetzt. Der damals zuständige Beamte ordnete an, dass sämtliche Stände am genau selben Ort stehen müssten wie in der Vorgängerhalle. Ein neues Konzept wurde auch nicht von der Politik angestrebt.

Mehr Licht, mehr Farbe
Wichtig ist den Marktbeschickern eine Glasfassade bis zu den vorhandenen Stützpfeilern beim Haupteingang, die die aktuell sehr dunkle Markthalle durchleuchten und ein neues Foyer mit freien Konsumationstischen bieten soll.

Auch die graue Außenfassade soll ein neues Farbkonzept erhalten, im Innenraum könnten vorhandene klotzige Betontragesäulen dezent bepinselt an stahlgrüne, luftige Eisenträger erinnern. Kulinarische Deckenhänger sollten auf food-Trends hinweisen, ein kostengünstiges Beleuchtungskonzept mit bauchigen Industrie-Hängeleuchten könnte Trendbewusste ansprechen, ein im Foyer aufgestellter Brunnen sowie großer Baum das Flair unterstreichen und die Standbetreiber selbst sollen angehalten werden, auch Ihre Stände individuell weiterzuentwickeln.

Zur Ideenfindung sollen weitere Ausflüge in andere Städte folgen etwa nach Stuttgart wo sich die dortige Markthalle zum Tourismusmagneten und kulinarischen Liebling der jungen Bevölkerung entwickelte, nach Rotterdam wo sich rings um die neu designte Markthalle ebenfalls Wohntürme ähnlich wie in Wels befinden ( allerdings in weitaus größerem Maßstab  ), nach Barcelona, Wien, Budapest, Stockholm o.a.m. Die Bodenrenovierung sollte in Anbetracht der derzeitigen Sparmaßnahmen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Mehr Produktmix durch Vergrößerung
„Man könnte auch einen Teil der Freifläche mit Glas überdachen“, meint Kurt Brandstätter, Obmann des Vereins der Welser Wochenmarktbeschicker. Durch eine etwaige Vergrößerung der Markthalle wären das kälteempfindliche Obst und Gemüse besser geschützt als bisher auf Freifläche und könnte auch neue Marktbeschicker sowie für sensibilisierte Jungfamilien als Käufer anlocken. „Wir wollen auch unseren Produktmix erweitern und müssen folglich für neue Partner ein interessanter Standort sein, schließlich stehen wir auch im Wettbewerb mit den großen, monopolartigen Handelsketten und könnten uns zum Wohle der Stadt zu einem wahren und nachhaltigen Tourismusmagneten ähnlich wie in Stuttgart entwickeln“ meint der Vorstand der Welser Wochen-marktbeschicker.