Hans Reifeneder: Elektrisierendes Marketing

Es ist eines der Positivbeispiele von kommunalen Unternehmen und hat bewiesen, dass nicht nur private Betriebe effizient und kundenfreundlich sein können: die eww ag. Eng verbunden mit dem Weg vom halben Amt und lokalen E-Werk hin zum modernen Energie- und Multimediadienstleister ist Ing. Johann Reifeneder. Er war Leiter des Kundenzentrums am KJ und bis letztes Jahr Marketingchef. Nun ist er in die verdiente Pension gegangen.

Bis zum Marketingchef war es aber für den geborenen Weißkirchner ein langer Weg. Von der Lehre in der Voest über die Abend-HTL, 24 Stunden Diensten bis zu einem Chef, der an ihn glaubte.

Lehre in der Voest
Aber der Reihe nach: Zuerst besuchte Hans – wie ihn die Leute nennen – die Volksschule in seiner Heimatgemeinde und kam mit der Hauptschule nach Wels. Dann ging es 1974 zur Voest nach Linz. Als Elektrikerlehrling lernte er den riesigen Staatsbetrieb kennen. Er war Teil des Sonderkommandos für Elektronik und behob Störungen vom Hochofen bis zum Walzwerk.

Abend-HTL neben Beruf
Anfang der 80er wollte sich Hans weiterentwickeln und fing die Abend-HTL in Linz an, die er als Klassenbester abschloss und seitdem den Titel Ingenieur trägt.

Eichabteilung im Welser E-Werk
Der damals marode Staatsbetrieb in Linz ermöglichte wenig Chancen der Weiterentwicklung und so kam Reifeneder Ende der 80er zum Welser E-Werk in die Eichabteilung für Stromzähler.

Nebenjob Wifi-Kursleiter für Elektronik
Um sein Wissen auch jungen Menschen weiterzugeben, heuerte er nebenberuflich auch als Kursleiter für Elektronik beim Wifi an. Die Jugend war ihm auch später als Marketingchef immer wichtig, da er immer Vereine und ihre Jugendarbeit förderte.

Die Ära Rondonell
Mitte der 90er wandelte sich das E- Werk unter der Führung von Direktor Erich Rondonell zum modernen Dienstleistungsbetrieb. Hans Reifeneder war von der Neuausrichtung begeistert. Auch Rondonell fiel Reifeneders Engagement auf. 1997 fragte er ihn, ob er das neue Kundenzentrum am KJ aufbauen und leiten wolle. Reifeneder nahm die Herausforderung an.

Der Kunde im Mittelpunkt
Früher mussten Kunden in der Hauptverwaltung des E-Werks durch das gesamte Haus von Abteilung zu Abteilung pilgern, um jeweils Strom, Wasser, Gas oder Fernwärme anzumelden. Trotz großer Gegenwehr vieler im Haus schaffte es Reifeneder, alle Anmeldungen am KJ zu zentralisieren. Der Kunde konnte ab nun an einem Tisch alles anmelden. Später dann auch Liwest-Internet und schließlich auch Handy-Verträge.

Vom E- Werk zu eww
Hans Reifeneder führte auch Ende der 90er-Jahre einen modernen Unternehmensauftritt samt Website und den Farben Blau-Orange ein.
2014 wurde der Außenauftritt des Unternehmens dann hochprofessionell. Auch ein neuer Name musste her, da das E-Werk schon lange viel mehr war als Stromerzeuger: eww. Eine dynamische Welle ziert seitdem Firmenautos oder Betriebsgebäude. Die Umstellung war für Hans ein riesiger Brocken Arbeit – er hat sie gemeistert.

Verdiente Pension
Mit Fleiß und Offenheit hat es Reifeneder bis nach ganz oben geschafft, ohne jemals selbst überheblich zu werden. Ihn zeichnen Bodenständigkeit und das Ermöglichen von Chancen aus.
Auch jungen Medien gab er eine Chance. Das E-Werk inserierte bereits in der ersten Ausgabe dieser Zeitung, ohne abzuwarten, ob sie sich etabliert oder nicht. Ohne Menschen, die anderen Chancen geben und auch Vorschussvertrauen, wird nie etwas Neues entstehen. Dafür möchten wir Hans Reifeneder mit diesem Porträt danken, welches vollkommen redaktionell gestaltet wurde, ohne jegliche Finanzierung.

Wir wünschen dir eine schöne Pension, Hans!