Peter Kowatsch: Künstler – Intendant – Persönlichkeit

Er ist wohl einer der hellsten Sterne am Firmament der Welser Kultur. Durch seine Shows erntete er internationalen Ruhm. Er und sein Partner Mario Stuchlik gelten als Väter der „Neuen Pantomime“ in Österreich. Sein Wirkungsbereich geht aber weit über die Pantomime hinaus, mittlerweile findet man ihn sowohl im Kulturbeirat der Stadt Wels als stellvertretenden Vorsitzenden als auch als Mitglied im Kulturbeirat des Landes Oberösterreich. Peter Kowatsch, wir sprachen mit ihm über sein Leben und seine Erfahrungen auf der Bühne.

Man sieht Peter Kowatsch die Freude an seiner Arbeit an. Er hat sein Leben der Kunst und der Kultur gewidmet. Die ersten Bühnenerfahrungen machte er im Schultheater der Handelsakademie Wels II. „Ich habe aber damals schon ein großes Interesse an nonverbalem Theater gehabt“, erzählt Kowatsch rückblickend. Aus der kleinen Schultheatergruppe entwickelte sich 1986 das Ensemble „Die Menschen“, dessen Mitbegründer Peter Kowatsch war. Noch im selben Jahr begann er in Wien Theaterwissenschaften und Publizistik zu studieren. „In meiner Studienzeit hatte ich dann die Möglichkeit, mein Wissen über Pantomime zu vertiefen.“ Nach dem Abbruch seines Studiums ging er zurück nach Wels und hier begann dann der eigentliche Weg seines Erfolges. In einem Welser Fitnesscenter gab er immer wieder Kurse über Pantomime, einer seiner ersten Schüler war Mario Stuchlik. Am 01. 01. 1991 gründeten die beiden dann die Pantomimegruppe PLUS MINUS.

„Wir haben damals schon nach einem Namen gesucht, der international verstanden wird, PLUS MINUS hat sich dann aus den Anfangsbuchstaben unserer Namen ergeben.“ Bei der Organisation und Vermarktung zeigt sich das kaufmännische Können von Peter Kowatsch, er kreiert ein eigenes Logo und lässt die Marke PLUS MINUS schützen. Vor einer staatlichen Kommission müssen sich Kowatsch und Struchlik in der Kurie „darstellende Kunst“ den Berufstitel „Künstler und Artist“ bestätigen lassen. „Wir waren österreichweit die Ersten, die sich bei der Gebietskrankenkasse und dem Finanzamt als freischaffende Künstler in dieser Form eintragen ließen“, erzählt Kowatsch stolz.

„Im Leben braucht man manchmal ein bisschen Glück“, sagt Kowatsch, wenn er über den Aufstieg von PLUS MINUS nachdenkt. Den ersten bezahlten Auftritt hatten die beiden Pantomimekünstler im Welser Hotel Rosenberger Anfang der 1990er Jahre. In einer der letzten Ausgaben der jetzt wieder neu eingeführten Sendung „Die große Chance“ nahmen Kowatsch und Stuchlik teil, der Regisseur wurde auf Kowatsch aufmerksam und vermittelte ihn zu einer Künstleragentur. „Eines Tages kam ein Angebot von einer Firma, die ein ‚Brillengesicht‘ suchte“, – und prompt wurde Kowatsch engagiert. Diese Firma plante auch in New York eine große Präsentation und engagierte PLUS MINUS für ihre ersten Auftritte in USA. Das amerikanische Publikum war fasziniert von der Show der beiden Österreicher. Kowatsch dazu lächelnd: „Der Prophet im eigenen Land gilt nichts, die Amerikaner waren neugierig, was die Europäer da auf die Bühne bringen, umgekehrt wurden die Europäer neugierig auf das Pantomime-duo, welches sogar in Amerika Auftritte hat.“ Mittlerweile verzeichnen die beiden Künstler über 1.000 Engagements auf der ganzen Welt. „Das Schöne an der Pantomime ist, dass man in jedem Land spielen kann.“ Bei einem Auftritt in den Vereinigten Staaten trafen sie in einer Stadt auf die Ankündigung der neu gegründeten „Blue Man Group“. „Damals war diese spezielle Form der Pantomime eigentlich ein Spartenprodukt, aber es ist genau das, was wir machen wollen, nicht mehr und nicht weniger. Und ich finde immer wieder Gefallen und Freude an unseren Produktionen“, sagt Kowatsch stolz.

Wels bezeichnet Kowatsch als seinen Heimathafen, „Wenn man in der ganzen Welt unterwegs ist, schätzt man die Vorteile in dieser überschaubaren und liebenswerten Stadt.“ Hier ist er aus dem kulturellen Leben längst nicht mehr weg-zudenken. Zahlreiche Projekte entstam-men seinen Ideen, das wohl bekannteste ist der Welser Arkadenhof Kultursommer, kurz WAKS. „In vielen Städten dieser Welt gibt es im Sommer ein reiches kulturelles Angebot, Wels hatte das damals nicht, und so ist die Idee zu WAKS gekommen.“ Über 150 Veranstaltungen brachte der weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannte Arkadenhof Kultur Sommer mit sich. „Die Räumlichkeiten in diesen wunderbaren historischen Arkadenhöfen sind perfekt geeignet für diese Veranstaltungen“, sagt Kowatsch stolz. Mit diesen besonderen Events möchte er regionalen Künstlern eine Bühne bieten und auch die Welser verstärkt in den kulturellen Prozess einbinden. Doch nicht nur über den Welser Arkadenhof Kultursommer hat Kowatsch Einfluss auf das kulturelle Leben in Wels. Seit 2006 ist er stellvertretender Vorsitzender des damals gegründeten Kultur-beirates und seit 2010 im OÖ Landeskulturbeirat. „Wir treffen zwar keine Entscheidungen, können aber den jeweiligen Referenten in Kulturange-legenheiten beraten. Eine unserer großen Errungenschaften ist die neue Kulturzeitung „WelsKultur“, welche dem Amtsblatt beigelegt ist.“

Sorgen um die kulturelle Zukunft dieser Stadt hat er nicht. „Hier ist so viel Potenzial vorhanden. Es muss nur noch mehr gelingen, die Welser für Kultur zu begeistern.“