Petra Müllner: Kinderfreunde-Obfrau von Birgits Gnaden

Die Welser SPÖ wurde vom Wähler bekanntermaßen stark abgestraft. Politische Posten sind daher Mangelware und werden nicht immer an die fähigsten Genossen vergeben, sondern an jene, die eine meist linke Hausmacht vorweisen und diesen Vorteil für sich nutzen können. 

Eine in der Versenkung verschwundene „Langzeit-Jungpolitikerin“ names Petra Müllner platzierte man vor kurzem bei den Kinderfreunden. Sie wird von einigen ihrer Parteikollegen als farblose aber den linken Rand unterstützende Opportunistin bezeichnet.

Aus der politische Konkursmasse
Petra Müllner darf dieser politisch linken Konkursmasse zugerechnet werden. Die 37-jährige Horterzieherin hat ihre politische Karriere vor knapp 15 Jahren angefangen. Unter der Koits-Herrschafft wurde sie als „Parteinotwendigkeit“ und junges blondes Aushängeschild in den Gemeinderat gesetzt, mittlerweile ist sie Landtagsabgeordnete. Seit zwei Jahren dient sie sich den Kinderfreunden an, dieses Antanzen hat im März des Jahres Früchte getragen.

Schwach angefangen und stark nachgelassen
Petra Müllner wurde mit einer schwachen Mehrheit von 36 zu 21 Stimmen zur Regionalleiterin der Kinderfreunde gewählt. Feinde hat sie sich offenbar mehr in der eigenen Partei als anderswo gemacht. Politisch hat sie es über die Jahre nie geschafft, in Erscheinung zu treten. Mehr Engagement hat sie innerparteilich gezeigt, als sie für Johnny Reindl-Schwaighofer die Werbetrommel für seine Bewerbung als Stadtparteiobmann rührte.

Watsche der Basis
Ihre Positionierung für Reindl-Schweighofer mag zwar bei der linkslastigen Landesparteiobfrau Brigitte Gerstorfer gut angekommen sein, bei manchen Sektionen in ihrer Heimatstadt weniger. Und das Ergebnis bei der Kinderfreundewahl kann man trotz Wahlsieg nur als Watsche bezeichnen, die den Unmut der Funktionärsbasis wiederspiegelt. Hinter vorgehaltener Hand geben aber viele Funktionäre ihre „Kompetenzlosigkeit“ als Hauptgrund für die verhaltene Zustimmung an. Auch nach der Wahl gibt es nun bei den Kinderfreunden interne Querelen, wobei alles versucht wird, ja nichts an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen.

Sitzfleisch und Gehorsam
Solange die SPÖ sich von ihrem linken Flügel weiter Kandidaten soufflieren läßt, deren einzige Vorzüge Sitzfleisch und Gehorsam sind, wird der Tiefflug der Sozialdemokratie weitergehen. Die Order von Gerstorfer nicht den linken Reindl-Schwaighofer sondern einen Mann der Mitte ans Ruder zu lassen war reiner Pragmatismus zur Schadensbegrenzung in Wels und keine Abkehr vom Linkskurs der Partei.

Petra Müllner ist der zur Wahl gestellte Beweis dafür, dass man eine Politikerlaufbahn auch unter der öffentliche Wahrnehmungsgrenze gestalten und trotzdem zu neuen Würden gelangen kann.