Umbau des Kaiser-Josef-Platzes startet nächstes Jahr

Noch vor der Wahl 2021 soll der erste Bauabschnitt des neuen KJ eingeweiht werden. Es steht viel am Spiel. Der letzte Umbau Mitte der 90er wurde zum Todesstoß des einst wichtigsten Platzes der Stadt.

Geschäftiges Treiben in den zahlreichen alteingessessenen Geschäften, die Welser High-Society in den Caféhäusern, dazwischen drängen sich Autos und Busse in beide Richtungen des Platzes. Hoch über dem Platz prangt der große Schriftzug „Semperit“ auf dem gleichnamigen Hochhaus. – Das war einmal der Kaiser-Josef-Platz. Pulsierendes Zentrum und Hauptverkehrsader der Stadt.

Verkehrsberuhigung war Todesstoß
Bis der damalige Bürgermeister Karl Bregartner auf die Idee kam, den Platz vom Verkehr zu beruhigen und die zahlreichen Parkplätze in eine Tiefgarage unter die Erde zu versetzen. Die Geschäftstreibenden sammelten noch Unterschriften gegen die Pläne, jedoch war es beschlossene Sache.

Anzahl der Parkplätze bleibt gleich
Nach dem Umbau in den 90ern schloss die Firma Willinger ihren viergeschoßigen Standort. Heute beherbergt das Gebäude das Automatenspielcasino WINWIN. Aber auch dessen Geschäftsführer Nicolas Exl würde sich den „alten KJ“ zurückwünschen: „Es muss doch jedem einleuchten, dass die wenigsten Kunden mit dem Fahrrad in die Stadt kommen. Der Platz ist riesig und bietet viel zu wenig Parkplätze. Gerade Herr und Frau Welser parken gerne vor der Tür.“ Andere Geschäftsleute sprechen sich zwar auch für mehr Parkplätze aus, haben es aber bereits aufgegeben. Bürgermeister Rabl versichert aber: „Die Anzahl der Parkplätze bleibt gleich.“

Kein guter Ruf
Am härtesten spricht es der Lederwarenfabrikant Georg Winklmayer aus: „Es ist vollkommen wurscht, was man hier macht. Der Platz ist verschrien. Auswärtige Kundschaft fürchtet sich, hier überfallen zu werden.“ Der qurilige Geschäftsmann bemängelt auch den unattraktiven Branchenmix am Platz und würde sich ein Innenstadtkaufhaus am KJ wünschen. Er selbst hat vor Kurzem das Haus, in dem die Deniz Bank eingemietet ist, gekauft und errichtet gerade im Hinterhof eine exklusive Bar. Diese soll noch dieses Jahr eröffnen und den Platz aufwerten.

Zukunftshaus
Auch die Pläne der Raiffeisenbank, von ihrer Zentrale bis zum ehemaligen Hotel Platzer das sogenannte „Zukunftshaus“ entstehen zu lassen, sind wieder aktuell. Ursprünglich war ein Büro- und Geschäftshaus geplant, welches sich bis zur Rablstraße erstreckt. Nicht alle Eigentümer der bestehenden Objekte wollten aber verkaufen. Auch die Stadt Wels als mögliche Mieterin ist weggefallen, weil sich diese bereits ihr eigenes Amtsgebäude in der Rainerstraße baut.

Bushaltestelle
Neben dem Zuzug von Magistrat, AMS und FH in der unmittelbaren Nähe des Platzes ist auch eines fix: Die zentrale Busdrehscheibe wird sich auch nach einem Umbau am KJ befinden. Die bestehende wird aber abgerissen und nicht mehr mittig aufgebaut, sondern etwas weiter am Rand. Auch wird die Haltestelle zwei Fahrspuren einbüßen, um nicht mehr so dominant den Platz einnehmen zu können. Die unterschiedlichen Buslinien haben dann keinen fixen Standplatz mehr. Durch ein elektronisches System wird dann den Fahrgästen mithilfe von großen Monitoren gezeigt, wo sich ihr jeweiliger Linienbus befindet.

Durchfahrt nur von Ost nach West
Auswärtige Autofahrer werden der Reihe nach gestraft, da sie vom KJ kommend auf Höhe der Busdrehscheibe versuchen, in die Pfarrgasse einzubiegen. Das wird auch nach dem Umbau so bleiben. Eine Durchfahrt in beide Richtungen wird es nicht geben. Platz wäre dafür ausreichend, jedoch will die Stadt keinen weiteren Autoverkehr am Platz.

Keine Bäume wegen Tiefgarage
Dem Wunsch einiger Politiker, den KJ zu begrünen, steht die Tiefgarage im Weg. Die Wurzeln der Bäume würden mit der Zeit in das Fundament der Garage wachsen und dieses zerstören. Nun sollen Wasserspiele wie am Stadtplatz installiert werden.